Warum Peer-2-Peer-Lernen eine besonders nachhaltige Wirkung entfaltet

Agile Zusammenarbeit Coaching Ourselves Lernkultur Lernmethoden für Teams Peer to Peer Wissenstransfer von Patricia Munro

Inspiriert von einschlägigen Wissenschaftlern

Ensemble Enabler ist ständig bestrebt, neue Ansätze zu erkunden, mit der sich aus der "Weisheit der Vielen" ("kollektive Intelligenz") schöpfen lässt, um strategische Initiativen zu unterstützen, Kreativität zu entfalten und zu Innovationen zu ermutigen. Nach unserer langjährigen Erfahrung ist der gezielte Einsatz von Gesprächen und gemeinsamen Erörterungen ein Schlüsselfaktor in diesem Prozess. Ein breites Spektrum von Wissenschaftlern hat diesen Prozess untersucht und die Effektivität des Peer-to-Peer-Lernens (P2P) konzeptuell untermauert. Nachfolgend eine Auswahl von Autoren, die unser Denken über den Wert und die Wirkung  des Einsatzes von P2P-Lernen in Unternehmen und Organisationen geprägt und beeinflusst hat:

Lebenslanges Lernen in Unternehmen durch Gespräche

Coaching Ourselves© ist ein Prozess  des Peer-Coachings zur Optimierung der Unternehmens­leistung. Es ist die grundlegende Quelle für Ensemble Enablers Ansatz zur Förderung des kollektiven Lernens am Arbeitsplatz. Henry Mintzberg ist angesehener Autor einer Vielzahl von Büchern über Führung und Unternehmensstrategie sowie Professor an der McGill University (Montreal, Kanada). Während seiner Lehrtätigkeit bemerkte er bei seinen Studenten ein Bedürfnis nach gegenseitigem Lernen durch Gespräche. Daraufhin gründete er gemeinsam mit Phil LeNir das Unternehmen CoachingOurselves©, um Unternehmen Führungskräfte­ausbildung auf Peer-to-Peer-Basis vor Ort am Arbeitsplatz zu bieten. Ein breites Spektrum von Lernmodulen macht Mitarbeitern aller Ebenen einer Organisation das Wissen und die Expertise von Top-Experten auf dem Gebiet des Managements zugänglich. Ensemble Enabler ist zertifizierter Partner von CoachingOurselves©.

Logo Coaching Ourselves (c)

Zahlen zählen! Ideale Größe für Gruppendiskussionen

Aus den Untersuchungen des britischen Evolutionspsychologen Robin Dunbar über die Art des sozialen Zusammenhalts in Gemeinschaften ging die Dunbar-Zahl − 150 − hervor. Sie gilt als die maximale "kognitive Grenze der Anzahl an Menschen, mit denen eine Einzelperson stabile soziale Kontakte aufrechterhalten kann." (Gruppen ab 150 Personen zerfallen in kleinere Untergruppen und ab einer Kleingruppengröße von mehr als 7 Personen wird Kommunikation regelmäßig ineffizient.) Dunbars Forschungsergebnisse deuten also darauf hin, dass die Zahl der Personen, die an einer bestimmten Art von Dialogen teilhaben, einen Einfluss auf die Qualität ihres wechselseitigen Austauschs hat. Diese Erkenntnisse helfen uns bei der Festlegung der Größe der Kleingruppen für unsere P2P-Lernmodule und der idealen Anzahl von Teilnehmern an partizipatorischen Großgruppen-Dialogen. 

(Klatsch und Tratsch. Wie der Mensch zur Sprache fand. Goldmann, München 2000) 

Die Art des sozialen Zusammenhalts in Gemeinschaften

In Dialog liegt der Schlüssel zur optimierte Kommunikation

Der Einsatz von Gesprächen zur Förderung neuer Sichtweisen auf individueller wie auch auf Gruppenebene spielt bei Ensemble Enablers konzeptionellem Arbeitsansatz eine zentrale Rolle.

Die Grundlage für unser Verständnis von Dialog ist das Werk von David Bohm (US-amerikanischer Quantenphysiker und Philosoph). Er definierte den Dialog als einen "freien Sinnfluss zwischen den Teilnehmenden, der durch sie hindurch und zwischen ihnen fließt." Durch Gespräche erkundet die Gruppe gemeinsam den Prozess des "Miteinander-Denkens". Jeder ist angehalten aufgeschlossen und vorurteilsfrei zuzuhören und sich auf die Bedeutung dessen zu konzentrieren, was die anderen in der Gruppe äußern. In solchen Gesprächen beginnen die Einzelnen ihre eigene Denkweise zu reflektieren und auf den Ideen anderer aufzubauen. Im Ergebnis entsteht zwischen den Beteiligten etwas Neues, ein gemeinsamer Sinn. Dieser Prozess der kollektiven Sinnfindung wird durch das Kleingruppenformat eines P2P-Gesprächs ebenso effektiv gefördert wie durch einen partizipativen Großgruppendialog.

 (David Bohm, Thought as a System,  Routledge 1994 | David Bohm, Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen. Stuttgart, Klett-Cotta 1998)

Prozess des "Miteinander-Denkens"

Sinnfindung durch Dialog mit sich selber und in Gruppen

Nach der von Hubert Hermans (Professor Emeritus der Psychologie, Radboud University, Nijmegen, Niederlände) entwickelten Dialogischen Selbsttheorie sind "das Berufsleben und das Privatleben zwei Seiten derselben Medaille". Der Dialog mit sich selbst auf individueller Ebene in Kombination mit dem Dialog innerhalb einer Gruppe fördert sowohl das gegenseitige Verständnis, als auch die daraus erwachsende Kreativität. Auf der Ebene des individuellen Selbst wird durch − wie Hermans es nannte − persönliche interne "gegenseitige Dialoge" eine Vielzahl von persönlichen Fragestellungen erkundet. Im Arbeits- und/oder gesellschaftlichen Umfeld werden Individuen zu einem Teil ihrer sozialen Umgebung und treten mit ihr in Interaktion. P2P-Module ermöglichen Gespräche sowohl auf persönlicher wie auch auf beruflicher Ebene und lassen die Teilnehmer auf diese Weise gemeinsam neue Ansätze und Lösungen finden.

"Das Berufsleben und das Privatleben zwei Seiten derselben Medaille"

Gespräche als Katalysator der aktive Bedeutungsschaffung

Die Kraft der nachhaltigen Wirkung des Dialogs beruht auf der kollektiven Sinnfindung seiner Teilhaber. In seinem Werk ging Viktor Frankl (Prof. für Neurologie und Psychiatrie, Wien, Österreich) der Frage nach, wie Menschen den Einflüssen, Beziehungen und Informationsquellen in ihrem persönlichen Umfeld Sinn und Bedeutung geben. Der Dialog bietet den Individuen einen Prozess, der es ihnen ermöglicht, in ihrem beruflichen und persönlichen Lebensumfeld Sinnfindung zu erfahren und diesbezüglich zu handeln. Gespräche fördern als Katalysator die aktive Schaffung neuen Sinns. Im Laufe von wechselseitigen Gesprächen begegnet der Einzelne anderen Sichtweisen und beginnt diese neuen Informationen in sein vorhandenes Verständnis zu integrieren. Diese Sinn- und Bedeutungsschaffung fördert kollektive Problemlösungen und/oder die Entwicklung  innovativer Handlungsansätze.

 (Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. Eine Auswahl aus dem Gesamtwerk.
Vorwort von Konrad Lorenz. Serie Piper 289, München, 2017)

Die kollektive Sinnfindung

Über den Autor: Patricia Munro

Patricia Munro

Patricia Munro ist Creative Alignment Enabler bei Ensemble Enabler. Sie integriert neue konzeptionelle Ansätze wie design thinking, action learning und partiziptive Verfahren zur Steigerung der nachhaltigen Wirkung der Ansätzen von Ensemble Enabler.